Weißt du, wie sich eine Linie anfühlt, die einfach loslegt? Genau so ist Zeichnen für mich: kein Abbilden, sondern ein Weiterdenken mit der Hand. Von dort aus führt mich das Zeichnen zum Schreiben – und das Schreiben wieder zurück zur Linie. Beides bringt mich an einen Ort, an dem ich mich selbst ein Stück verliere: dort, wo Denken und Sichtbarwerden ineinander übergehen. Meine Zeichnungen folgen keiner geraden Linie. Sie tasten sich voran, springen, stocken, verdichten sich, werden wieder leicht – wie ein eigener Atem. Mich interessiert die Bewegung, aus der ein Strich den nächsten hervorbringt und mich weiterzieht. Im Schreiben suche ich, was sich der schnellen Auflösung entzieht: offene Fragen, große Themen, den Rhythmus einer Sprache, die mehr ahnt, als sie erklärt. Zeichnen und Schreiben sind für mich zwei Formen derselben Bewegung – eine Übersetzung zwischen dem, was ich weiß, und dem, was sich meinem Wissen immer wieder entzieht.
Do you know how a line feels when it simply sets off? That's what drawing is for me: not depicting, but thinking further with the hand. From there, drawing leads me to writing — and writing back again to the line. Both bring me to a place where I lose myself a little: where thinking and becoming-visible merge into one another. My drawings follow no straight line. They feel their way forward, leap, falter, grow dense, then turn light again — like a breath of their own. What interests me is the movement by which one stroke brings forth the next and draws me onward. In writing, I search for what resists quick resolution: open questions, large themes, the rhythm of a language that senses more than it explains. Drawing and writing are, for me, two forms of the same movement — a translation between what I know and what continually eludes my knowing.